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Bei dieser Feier kam der Bräutigam aus Cuba und verstand kein Wort Deutsch, die Braut kam aus Deutschland. Alles wurde simultan übersetzt.

 

-Musik: kubanisch 

-Braut wird vom Brautvater und Bräutigam von seiner Mutter in Begleitung von Blumen- und Ringekindern nach vorn begleitet


Begrüßung 

 

Liebes Brautpaar, liebe Gäste

Heute ist alles anders. Heute wird nicht nur über die Grenzen von Ländern, ja sogar ganzen Kontinenten hinweg geheiratet, heute gibt es auch alles zweisprachig.

 

Also dürfen N.N. und ich sie ganz herzlich in Deutsch und in Spanisch zu dieser außergewöhnlichen Feier begrüßen.

 

Was mich besonders freut, ist, dass wir das Brautpaar auch wirklich als Ehepaar begrüßen dürfen, denn mit der standesamtlichen Hochzeit hat es gestern tatsächlich noch geklappt. Und aus der Frau N.N. ist nun wahrhaftig Frau N.N. geworden.

 

Jetzt kann es sich so richtig zeigen, wie gut sich deutsche Tradition und kubanische Lebensart so vertragen. Meine Besuche bei ihnen haben mir gezeigt, dass es mit ihnen beiden im Leben ganz gut geht. – Ob in dieser Feier auch – nun wir werden es sehen.

 

Heute ist alles anders -  anders, weil ich mich kurz fassen muss und sie nicht Gefahr laufen einzuschlafen, weil eben auch noch übersetzt wird.

Darum bin ich jetzt still und gebe das Wort an eine gute Freundin der Braut und an die Schwester des Bräutigams.

 

Trauzeugin:

 

Hallo liebe Hochzeitsgesellschaft, als Trauzeugin habe ich heute die Ehre ein paar Worte zu sagen und haben einen süßen Text gefunden, den ich gerne vortragen würde.

 

Kurz vor der Hochzeit traf das Brautpaar auf einen Skeptiker. Der entsetzte sich: "Was - ihr wollt heiraten? Lest ihr denn keine Zeitung? Mindestens jede dritte Ehe wird heutzutage wieder geschieden. Ist es da nicht töricht, sich lebenslange Treue oder ewige Liebe zu schwören?"

 

Die Braut erwiderte: "Jegliche neue Bindung ist ein Schritt ins Ungewisse, der Mut erfordert. Und jede Beziehung, auf die wir uns wirklich einlassen, birgt das Risiko, Fehler zu machen, oder irgendwann wieder alleine gelassen zu werden. Aber sollten wir deshalb keine Beziehungen und Bindungen mehr zu lassen?"

 

Darüber musste der Skeptiker erst einmal gründlich nachdenken. Das Brautpaar ging weiter und traf einen Romantiker. Dieser wunderte sich: "Was - Ihr wollt heiraten? Wollt Ihr unbeschwerte Liebe mit einem Trauschein belasten? Ihr liebt euch doch. Wozu benötigt ihr dann noch ein offizielles Ja-Wort?"

 

Der Bräutigam antwortete: "Unsere Beziehung braucht ein solides Haus. Vielleicht ist es gerade dieses öffentliche Ja zueinander, das dieses Haus vor dem Einstürzen bewahrt. Warum sollten wir dieses stützende Element nicht in Anspruch nehmen?"

 

Ein nachdenklicher Romantiker blieb zurück. Die zwei aber gingen unbeirrt weiter und trauten sich, denn sie liebten sich und vertrauten aufeinander.

                                                                                                                          

Liebe N., wir kennen uns jetzt eine sehr lange Zeit und haben schon viel miteinander erlebt. So glücklich wie ich dich aber im Moment erlebe, seit dem du Michel kennengelernt hast, habe ich dich noch nie gesehen und das ist ein sehr Gutes Zeichen! Es ist sehr schön Euch so glücklich zu sehen und ich wünsche Euch ein Leben lang alles Glück der Welt!

 

 

Schwester des Bräutigam:

 

Spricht spontan und frei

 

Musik (mit Tanz des Brautpaares)

 

Text „Gute Schuhe“

 

Gute Schuhe

Für euch beginnt ein Weg zu zweit,

was wird er euch wohl bringen?

Vielleicht ist er bequem und breit,

und ihr könnt fröhlich singen?

Vielleicht geht’s auch mal steil bergan,

dann müsst ihr sicher schnaufen.

Und wenn man sich dann helfen kann,

wird jeder besser laufen.

Vielleicht wird’s auch mal ganz schön eng,

und einer bleibt zurück.

Dann sei der andre nicht zu streng

Und warte mal ein Stück.

Vielleicht muss einer mal mehr tragen,

weil er es besser schafft.

Dann tut es, ohne lang zu fragen,

bis der andre schöpft die Kraft.

Vielleicht ist die Reise ziemlich weit,

dann braucht ihr auch mal Ruhe.

Achtet auf viel Zeit zu zweit –

Und wichtig: gute Schuhe!

 

Ansprache (Böhm)

 

Liebes Brautpaar

Ich glaube gute Schuhe müssen für sie vor allem gute Tanzschuhe sein. Wir haben es vorhin schon gesehen – und allgemein spielt tanzen in ihrem Leben eine ganz große Rolle.

Zumindest war der Salsa schuld, dass wir heute überhaupt hier stehen.

Doch von Anfang an: Unsere Braut war vor Zeiten unterwegs. Und irgendwie klappte es mit den Flügen nicht so, wie sie wollte. Eigentlich sollte es nach Ney York gehen, doch die Fluggesellschaft spielte nicht mit und so ging es weiter in die Dominikanische Republik.

 

Wie das Schicksal so wollte war unser Bräutigam in seiner Funktion als Physiotherapeut der cubanischen . . .nationalmannschft zur gleichen Zeit dort.

 

Und in der Hotelbar ist es dann passiert. Sie hat ihn verzaubert und er war genau der Mann, auf den sie 30 Jahre lang gewartet hat.

Wie haben sie mir gesagt – alles fühlt sich richtig an.

 

Und so wurde die ganze Nacht hindurch bis in den frühen Morgen getanzt.

 

Und alles nahm seinen Lauf. Böse, wer jetzt denkt, da will nur einer an die deutsche Staatsbürgerschaft kommen. Ganz im Gegenteil. Unser Bräutigam will gar nicht in Deutschland leben. Eher umgekehrt. Unsere Braut hat ihre Arbeit als Vermögensberaterin an den Nagel gehängt um möglichst oft auf Cuba sein zu können.

 

Es wird also spannend sein zu beobachten, wo es sie auf Dauer hin verschlägt. Auf alle Fälle wird es bei ihnen beiden sicherlich sehr reiselustig zugehen.

 

Was kann ich ihnen beiden dazu mit auf den Weg geben. Ich glaube ich bleibe bei den Schuhen:

 

Von den Tanzschuhen wurde ja schon gesprochen. Diese in der Ehe zu haben kann nur von Vorteil sein. Tanz ist schließlich Ausdruck einer Lebenseinstellung, Zeichen von Freude und Spaß am Leben. Und das soll eine Ehe ja auch sein. Ein Zeichen für ihre Freude am Leben zu zweit.

 

Für eine Ehe sind Sicherheitsschuhe wichtig. Denn so verliebt man auch ist, es geht nicht immer alles glatt. Es gibt nicht nur Sonnen- sondern auch Schattenstunden. Da können schon mal die buchstäblichen Teller und Tassen fliegen. Dann braucht es eben diese Sicherheitsschuhe, um sich über die Scherben erheben zu können, ohne sich daran zu verletzen.

 

Wanderschuhe sind gut. Denn Ehe ist vor allem ein langes Miteinander gehen und nicht stehen bleiben. Da muss man einen festen Schritt haben, Schuhwerk, dem kleine Unebenheiten und Steine nichts ausmachen.

Die Pömps darf es auch geben. Ab und an muss es auch festlich in der Ehe zugehen, ob allein oder mit anderen. Man muss sich immer wieder auch mal selbst feiern, zeigen, dass man miteinander glücklich und zufrieden ist.

 

Die Ehe braucht Sportschuhe. Nicht, weil die Ehe ein Wettkampf ist. Nein vielmehr, weil Sport fair sein sollte und eine Ehe ohne Fairness nicht funktionieren kann.

 

In der Ehe sollte es Winter- und Sommerschuhe geben. Heißt: Ehe sollte so gelingen, dass mein einander wärmt, wenn es kalt ist und einander Lasten abnimmt, wenn man schwitzt.

 

Pantoffeln dürfen auch da sein. Also einfach mal den Alltag Alltag sein lassen, sich irgendwo hinlümmeln und die Zeit miteinander genießen. Dass sie das können, weiß ich. Wie haben sie mir gesagt – sie sind ein richtiges Knutschepärchen.

 

Und ein letztes: Es sollte immer zwei Paar Schuhe geben. In der richtigen Größe. Ein Paar für sie und eins für ihn. Denn auch wenn sie ein Paar sind, bleiben sie doch zwei eigenständige Menschen, mit eigenen Höhen und Tiefen, eigenen Begabungen und Fähigkeiten. Wenn man da meint, in die Schuhe des anderen zu schlüpfen, fällt man unweigerlich auf die Nase.

 

Liebes Brautpaar. Ich glaube, mit so viel guten Schuhen ausgerüstet, werden sie gut den Weg ihrer Ehe gehen können, egal, wie weit der Weg auch sein wird – selbst über zwei Kontinente hinweg.

 

Einen ganz kurzen Weg zurücklegen muss das, was jetzt kommt, nämlich ihr Versprechen für den jeweils anderen, den Weg gemeinsam zu gehen – jeder in und mit seinen eigenen Worten.

 

 

 

Eheversprechen Frei formuliert


Musik: mit Verteilen den Rosen an die Gäste


Gute Wünsche von Freunden
Frei formuliert

 

Schlussworte 

Liebes Brautpaar

Eins habe ich mir noch für den Schluss aufbewahrt – eine kleine Episode aus ihrem Leben.

Ich weiß nicht, wie sie klingt – aber eigentlich wollen sie ja nur noch „butterfly-isch“ sprechen.

Warum? Irgendwann ist einmal ein Schmetterling von einem zum anderen geflogen mit der Botschaft dem anderen zu sagen, wie sehr er geliebt wird.

Seitdem wollen sie nur noch in der Sprache der Schmetterlinge miteinander reden.

 

Als kleines Andenken daran habe ich ihnen hier einen kleinen Sommerflieder oder auch „Schmetterlingsflieder“ mitgebracht, der, wenn er blüht, unzählige Schmetterlinge anlockt.

Ich wünsche Ihnen, dass es dann ganz besonders viel sind, und dass sie ganz ganz viele Botschaften der Liebe zwischen ihnen beiden hin- und hertragen.

 

Und so wünsche ich ihnen jetzt ein ganz wundervolles Fest ihrer Liebe, hier mit ihren Familien und Freunden. Und ich bin mir sicher, getanzt wird bestimmt wieder bis in den frühen Morgen.

 

Mit der Bitte, dass alle gleich die Luftballons mit hinausnehmen, also jeder einen, wünsche ich allen noch einen schönen und glücklichen Tag. Alles Gute.


Musik zum Auszug